Die Speisung der 5000
(Markus 6, 30-43) Jesus hatte die Apostel, also seine zwölf engsten Freunde und Jünger, zu zweit losgeschickt um umherzuziehen und dabei zu predigen und zu heilen, wie sie es bei Jesus gesehen hatten.
Nun kamen sie wieder zurück und berichteten ihm, was sie alles erlebt hatten, was sie den Leuten erzählt hatten, von den Heilungen und Wundern, die durch sie geschahen.
Ich kann mir vorstellen, dass sie sehr begeistert waren von Gottes Kraft, von dem, was er kann. Das ging sicher sehr laut zu, alle wollten erzählen, vielleicht sprachen sie sogar durcheinander.
Ganz sicher hat Jesus ihnen geduldig zugehört und liebevoll lächelnd diesen lauten, bunten Haufen an Menschen betrachtet.
Anscheinend haben ihnen auch viele andere zugehört, denn es war ein ständiges Kommen und Gehen. Alle wollten sie zuhören und Jesus und seine Freunde hatten noch nicht einmal Zeit, um etwas zu essen.
Deswegen sagt Jesus zu ihnen: „Kommt! Wir wollen woanders hingehen. An einen ruhigen Ort, wo ihr euch ausrasten könnt!“
Das Wetter war schön, die Sonne glitzerte auf dem blauen Wasser und so stiegen sie in ein Boot und fuhren davon, um einen ruhigen Ort zu finden. Die Menschen sahen sie fortfahren und erkannten dabei, wo sie hinwollten. Sie liefen auf dem Landweg um den See herum und nahmen viele Leute aus den umliegenden Dörfern mit und so kamen sie noch vor Jesus und seinen Freunden dort an.
Natürlich sah Jesus schon vom See aus, dass da aber wirklich viele Menschen am Ufer auf sie warteten. Er seufzte leise, zuckte mit den Schultern und meinte zu den Jüngern: „Ich fürchte, die Ruhe am See muss uns vorerst reichen, seht doch nur!“ Er zeigte auf die Menschenmenge am Ufer. Seine Jünger lachten und meinten, das wäre schon in Ordnung.
Als Jesus aus dem Boot stieg und sah, wie viele Menschen auf ihn warteten und viel von ihm erwarteten, da taten sie ihm von Herzen leid. „Sieh nur“, sagte er zu sich, „sie sind wie Schafe ohne einen Hirten.“ Und so nahm er sich Zeit für sie: Er lehrte sie und sie hörten ihm gespannt zu. Sie konnten nicht genug bekommen und er redete viele Stunden lang.
Gegen Abend nahmen seine Freunde ihn zur Seite und sagten: „Schau Jesus, die Sonne geht bald unter und die Leute werden hungrig sein. Hier ist eine einsame Gegend, da gibt es nichts zu essen. Du musst sie wegschicken, damit sie sich in den umliegenden Dörfern etwas zu Essen kaufen können!“ Jesus meinte: „Gebt ihr ihnen doch Essen!“ Petrus schüttelte ungläubig den Kopf und Judas lachte kurz auf: „Sieh doch Jesus, das sind mindestens 5000 Männer, dazu noch die Frauen und Kinder! Sollen wir etwa losgehen und für 200 Silberstücke Brot kaufen? Jesus, so viel haben wir doch gar nicht.“
Jesus sah ihn und seine anderen Freunde geduldig an: „Wie viele Brote haben wir denn? Geht mal nachschauen!“ So liefen die Jünger los und suchten nach Essen. Als sie zurückkamen hatten sie fünf Brote dabei. „Schau mal Jesus“, sagten sie. „Wir haben fünf Brote gefunden, nicht gerade viel.“ - „Vergesst die zwei Fische nicht!“, rief einer und hielt sie Jesus unter die Nase. Jesus lächelte. „Na und“, meinten die anderen. „Davon wird das Kraut jetzt auch nicht fett.“
Jesus sah sie geduldig an und trug ihnen auf: „Alle sollen sich in Gruppen auf die Wiese setzen!“ Die Jünger wunderten sich. Was hatte Jesus vor? Mit fünf Broten und zwei Fischen? Sie verstanden ihn nicht, aber sie liefen los und halfen den Menschen dabei, sich in Gruppen ins Gras zu setzen. Es waren entweder 100 oder 50 Menschen in einer Gruppe.
Jesus sah voller Liebe auf die vielen, vielen Gruppen an Menschen, seufzte tief und nahm dann die Brote und Fische. Er blickte zum Himmel auf und sprach: „Danke, mein himmlischer Vater für die Brote und die Fische, die du uns geschenkt hast.“
Dann brach er die Brote in Stücke und gab es seinen Jüngern. „Kommt, teilt sie aus!“ Die Jünger standen wie versteinert da und sahen ihn ungläubig an. War das sein Ernst? „Jetzt schaut mich nicht so an! Hopp, hopp, teilt sie aus.“ Die Jünger gingen kopfschüttelnd los. „Ach, die Fische dann übrigens auch“, rief Jesus ihnen noch nach.
Die Jünger konnten es nicht glauben, was dachte Jesus sich, wie das gehen sollte? Aber sie fingen an auszuteilen und teilten aus und teilten aus und teilten aus…
Ungläubig schauten sie sich an. Das Brot wurde einfach nicht weniger. Ebenso wenig gingen die Fische aus. Am Ende wurden alle satt und es blieb sogar noch etwas übrig. Zwölf ganze Körbe voll! Die Jünger blickten Jesus erstaunt und voller Bewunderung an. Dann gingen sie los, um die Reste aufzusammeln.
Jesus schaute ihnen zu und lächelte in sich hinein. „Wann werden sie es wohl begreifen?“,dachte er liebevoll bei sich. Dann schnappte er sich einen Korb, um ihnen zu helfen.